Biopestizide

Entwicklung von umwelt- und verbraucherfreundlichen Pflanzenschutzpräparaten auf der Basis mikrobieller Extrakte. Ausgehend von Extrakten aus Mikroorganismen wird versucht wirksame Komponenten zu selektieren, die Kulturpflanzen dazu befähigen sich unter Ausnutzung pflanzeneigener Abwehrmechanismen gegen mikrobielle Schaderreger zu wehren. Das Spektrum pflanzlicher Abwehrreaktionen gegen mikrobielle Infektionen ist komplex, aber in vielen Pflanze/Pathogen-Interaktionen ähnlich. Die Auslösung eines Teils dieser Reaktionen beruht auf der transkriptionellen Aktivierung von Genen, die für Abwehrproteine unterschiedlicher, auch mit teilweise unbekannter Funktion codieren. Andere, z. T. sehr schnell wirkende Abwehrmechanismen basieren dagegen auf der Aktivierung spezifischer Enzyme. Abwehrreaktionen im, die Infektionsstelle umgebenden („lokalen“), Gewebe werden in vielen Pflanzen begleitet durch eine Aktivierung von Resistenzmechanismen in nicht infizierten („systemischen“) Teilen der Pflanze. Diese systemisch induzierte Resistenz, die auch durch Applikation von Substanzen verschiedener Stoffklassen, sog. Elicitoren hervorgerufen werden kann, stellt eine nützliche Erweiterung der aktuell im konventionellen Pflanzenschutz gängigen Praxis der direkten Bekämpfung der Krankheitserreger mit synthetischen Pflanzenschutzmitteln dar. Die indirekte Wirkung dieser Resistenzinduktoren auf Phytopathogene erfolgt nämlich ausschließlich über die Aktivierung des pflanzlichen Abwehrpotentials. Die angestrebte Markteinführung von solchen innovativen resistenzinduzierenden Präparaten auf Naturstoffbasis mit günstigen ökotoxikologischen Eigenschaften soll, neben einer Umweltentlastung, auch einen Beitrag zum Anwender- und Verbraucherschutz leisten. Im Zentrum der laufenden Projekte stehen daher landwirtschaftliche und gartenbauliche Kulturen (Apfel, Tomaten, Reben), in denen effektive Pflanzenschutzpräparate entweder ganz fehlen oder aber vorwiegend synthetische Mittel in manchmal bedenklicher Quantität appliziert werden.



Mit Hilfe von bei AlPlanta entwickelten bzw. optimierten Biotestsystemen werden Extrakte und Extraktfraktionen aus bodenbürtigen Actinobakterien und aus Schlauchpilzen der Gattung Trichoderma in Zusammenarbeit mit mittelständischen industriellen Partnern wie Sourcon-Padena GmbH und NEWBIOTECHNIC, S.A. sowohl auf ihre direkte als auch ihre indirekte Wirksamkeit hin geprüft. Das Screening mit spezifischen Biotests in Kombination mit Analysetechniken der Kooperationspartner ermöglicht die Isolierung und Identifizierung der wirksamen Komponenten.




Induktion von blaufluoreszierenden Furanocumarinen in einer Petersiliezellkultur nach Elicitor-Applikation. Dieses Testsystem wird zum Screening von potentiell die pflanzliche Abwehr stimulierenden Substanzen eingesetzt.


Projekte

"Functional genomics and proteomics of Trichoderma antagonist strains for industry and agriculture (TRICHOEST)" Innerhalb dieses, von der EU geförderten Projekts, sollen von Kooperationspartnern zur Verfügung gestellte Extrakte aus Trichoderma Spezies sowohl hinsichtlich ihrer antimikrobiellen Wirksamkeit, als auch hinsichtlich der Induktion pflanzlicher Abwehrreaktionen getestet werden.

"Entwicklung von resistenzinduzierenden Pflanzenschutzpräparaten auf der Basis mikrobieller Extrakte". (Gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, DBU). In diesem Projekt soll eine wissenschaftlich begleitete Entwicklung von hochwertigen, umweltverträglichen Pflanzenstärkungsmitteln, ausgehend von Extrakten von Actinobakterien, für den Pflanzenschutz erfolgen.

"Entwicklung von umwelt- und verbraucherfreundlichen Präparaten für den Pflanzenschutz auf der Basis von Naturstoffen." (Gefördert vom "Programm Innovationskompetenz mittelständischer Unternehmen -ProInno" (2005 ausgelaufen) Innerhalb dieses Projektes sollten wirkungsvolle Präparate auf Naturstoffbasis entwickelt werden, die spezifisch für die Anwendung im Kernobstbau zur Kontrolle der bakteriellen Feuerbranderkrankung, (Erreger: Erwinia amylovora) eingesetzt werden können.



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