Die Identifizierung und Charakterisierung Stresstoleranz vermittelnder Gene ist ein erster Schritt zum Verständnis der molekularen Ursachen und schafft die Voraussetzung für neue Strategien zur Veredlung von anfälligen Elitesorten, wo klassische Zuchtwahlverfahren versagen oder mehrere Jahrzehnte benötigen würden. Weltweit wächst erwiesenermaßen der Anteil an landwirtschaftlich genutzter Fläche, die durch Wassermangel und Versalzung betroffen sind. Es besteht daher die dringende Notwendigkeit, rechtzeitig möglichst viele molekularen Strategien der Stressvermeidung zu identifizieren, um diese für eine effektive Verbesserung der heutigen Nutzpflanzen einsetzen zu können. Nahe verwandte Sorten von Vitis vinifera ssp. unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Toleranz gegenüber Salz- und Trockenstreß. Während robuste Sorten, die endemisch in Tunesien vorkommen, unter ungünstigen Bedingungen gut zurechtkommen, haben gängige Elitesorten große Schwierigkeiten. Welches Gen oder welche Gene der toleranten Sorte fehlen den sensitiven Sorten oder sind dort nicht in geeigneter Weise regulierbar? Zur Identifizierung der stressassoziierten Gene verwenden wir u. a. Klonierungstechniken für subtraktive cDNA-Bibliotheken, bei denen diejenigen Gene angereichert werden, die in Blättern oder Wurzeln differentiell exprimiert werden. Die in nachfolgenden Screeningschritten identifizierten Kandidatengene werden analysiert und ihre sortenspezifische Expression wird u. a. an einer größeren Auswahl von unterschiedlich Stress-toleranten oder -sensitiven Sorten verifiziert.
Reben-Biotechnologie
Obstkrankheiten
Epigenetics
Genomics