Die Europäische Steinobstvergilbung ist eine im gesamten Mittel- und Südeuropäischen Raum verbreitete Quarantänekrankheit des Steinobstes, die durch ein bestimmtes Phytoplasma, das Candidatus Phytoplasma prunorum (European stone fruit yellows (ESFY) Phytoplasma), verursacht wird. Bei anfälligen Prunus-Arten wie Aprikose (P. armeniaca), Japanische Pflaume (P. salicina) und Pfirsich (P. persica) führt sie zum Absterben der Bäume und somit zu großen wirtschaftlichen Schäden. Typische Symptome dieser Krankheit sind das vorzeitige Austreiben von Blättern im Frühjahr (Abb. 1) und das konische, chlorotische Blattrollen im Sommer (Abb. 2).


Auch diese Phytoplasmose wird durch eine Blattsauger-Art übertragen: Cacopsylla pruni (Abb. 3). Die laufenden Arbeiten am AlPlanta zielen darauf ab, auch in Deutschland Cacopsylla pruni als Überträger der ESFY Phytoplasmen zu identifizieren. Hierbei sollen die Übertragungsparameter in Übertragungsversuchen unter kontrollierten Bedingungen bestimmt und die Populationsdynamik dieser Art in Steinobst-Erwerbsanlagen und in wilden Prunus-Hecken ermittelt werden. Diese Ergebnisse sollen es ermöglichen, Bekämpfungsstrategien gegen die weitere Ausbreitung dieser Krankheit in Deutschland zu entwickeln.

Darüberhinaus werden natürliche Resistenzen gegen ESFY Phytoplasmen in Prunus-Genotypen evaluiert, die sich als Unterlagen für Aprikose und Pfirsich eignen. Hierbei wird ein in vitro-Resistenz-Screening eingesetzt, bei dem die zu untersuchenden Genotypen durch Pfropfung in vitro inokuliert werden. Die Evaluierung der Resistenz erfolgt mit Hilfe der quantitativen real-time PCR.
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