Neben den Pilzkrankheiten zählen Viren zu den wichtigsten Schaderregern für den Weinbau. Sie können erhebliche Ertrags- und Qualitätsverlusten bewirken und Verluste von mehreren Millionen Euro im Jahr zur Folge haben. Einmal infizierte Pflanzen müssen durch neue Rebstöcke ersetzt werden um die Ausbreitung der Krankheit in der Anlage zu unterbinden. Bei starkem Befall bleibt oftmals der frühzeitige Umbruch der Rebanlage und die Neubepflanzung die einzig wirksame Maßnahme, um die Wirtschaftlichkeit einer Anlage wieder herzustellen. Die Erstellung einer Rebanlage bedeutet Investitionen von ca. 20.000 bis 30.000 € pro Hektar. In deutschen Weinanbaugebieten sind die Erreger der Reisigkrankheit, Grapevine Fanleaf Virus (GFLV), Arabis Mosaik Virus (ArMV) und Raspberry Ringspot Virus (RpRSV) am weitesten verbreitet. Außerdem treten in den vergangenen Jahren verstärkt Viren die zu Blattroll- und Holzkrankheiten führen auf (z.B.: GLRaV2 und GLRaV3). Nachhaltigster und wirkungsvollster Schutz gegen die schädigenden Viren ist die Züchtung virusresistenter Rebsorten und Unterlagen. Da der klassischen Züchtung keine natürlichen Resistenzquellen zur Verfügung stehen, welche in Kreuzungsprogrammen eingesetzt werden können, werden am AlPlanta gentechnische Strategien (Induktion von Gene Silencing, Expression von Antikörpern) eingesetzt, um Virusresistenz in Sorten und Unterlagen zu etablieren.
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